Ursprünglich bedeutet Feng Shui die »Harmonisierung von Wind und Wasser« und wurde zur Planung von Grabstätten angewandt, den Ahnen zu gefallen. Im alltäglichen »Diesseits« Chinas werden Gartenkunst, Architektur und Landschaftsgestaltung im Sinne des Feng Shui beeinflusst, das einen positiven Energiefluss (Chi oder Qi) herbeiführen will.
Verhältnisse spielen eine große Rolle, zwischen Mensch und Natur, Yin und Yang, den Trigrammen (I Ging), den Himmelsrichtungen, den Elementen.
Inzwischen vermischt sich die chinesische Tradition mit westlichen Einflüssen, besonders mit esoterischen New-Age-Elementen, wie Farb-, Aroma- und Kristalltherapie. Das führt zu einem »Pop-Feng-Shui«, welches – außer dem Handel und selbsternannten »Meistern« – keinen wahren Nutzen bringt (von gelegentlich wirksamen Placeboeffekten mal abgesehen).
Welches westliche Haus ist schon – wie es in China üblich ist – von der Planungsphase an, durch seinen Standort und seine Ausrichtungen an Landschaftsformen, Energiemeridianen oder Sternkonstellationen per Feng Shui optimiert?
Pop-Feng-Shui ignoriert all diese äußeren Voraussetzungen und geht nur von der »Haustür« her vor; was ist, wenn die genau in die falsche Richtung zeigt? Das im Pop-Feng-Shui beliebte »3-Türen-Bagua« funktioniert tatsächlich nur bei einem Eingang nördlicher Mitte. Dass im »Shuo Gua« (einer der zehn Flügel des »I Ging« , auf das diese »neue Lehre« zurückgehen könnte, jedem Trigramm eine Himmelsrichtung fest zugeordnet ist, wird im »Pop-Feng-Shui« des 1986 in Kalifornien von Thomas Lin Yun gegründeten »Black Sect Tantric Buddhism« großzügig »übersehen«.
Wie sollen da Windspiele, Plakate von Wasser, Brunnen, Goldsteine, oder Kristalle noch irgendeine Harmonie erzeugen?
Ein »Wissenschaftsanspruch« für Feng Shui besteht nicht, selbst, wenn es in Österreich seit 2006 weltweit einen der ersten Universitätslehrgänge für traditionelles Feng Shui gibt.
Als Kunstform gefällt es dem Auge des Betrachters, ob traditionell oder in der Pop-Fassung.
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